
Kritiken
Wagner Mozart Strauss
November 2020
DVD
mit Alexander Soddy, Nationaltheater Mannheim
„Bestechend für diesen Konzertfilm sind die kleinen Besetzungen, die in der Pandemie ohnehin größeres Interesse finden. Denn weniger Beteiligte auf der Bühne bedeutet weniger Infektionsrisiko. Bedeutet aber in aller Regel auch größere Konzentration und fokusartige Wachsamkeit fürs Wesentliche, das in der Musik stattfindet. Das gilt für das erwähnte Siegfried-Idyll sowie für die beiden Konzertarien Mia speranza adorata und No, no, che non sei capace von Wolfgang Amadeus Mozart. Die deutsche Sopranistin Nikola Hillebrand interpretiert sie meisterhaft, vor allem bestechend klar in den hohen Spitzen und schön geläufig in den dramatischen Passagen. Hillebrand genießt regelrecht das Singen der virtuosen Koloraturen, was die Kameras in diesem Konzertfilm gut einfangen.“
„Was der Tonmeister vermutlich bei Wagner versäumte kam nun den weiteren Programmfolgen zu Gute. Zur süffisant atmosphärischen Orchesterbegleitung sang Nikola Hillebrand zwei spannungsvoll breitgefächerte Konzertarien „Mia speranza adorata KV 416 + No, no, che non sei capace KV 419“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Für ihre musikalische Analyse dieser vielschichtigen Soli des unvergleichlichen Meister-Komponisten standen der Sopranistin eine Palette von warmen und frischen Klang-Couleurs zur Verfügung. Auf technisch höchst souveräner Basis jonglierte sich Hillebrand über strahlend-glockenreine Höhenakrobatik voll kapriziöser Süße. Großartig verstand es die junge Künstlerin zudem herbes Pathos, melodische Bögen in selbstverständlicher Linienführung zu vereinen. Um die aufstrebende Sängerin erneut zu erleben zu dürfen, bedarf es eines Besuchs der Dresdner Semperoper.“